Tradition
Maibaum auf dem Viktualienmarkt.
Tradition
Wahrzeichen mit Geschichte.
Wer am Münchner Viktualienmarkt zwischen Käsestandln, Saftbars und duftenden Gewürzen steht, kommt an ihm nicht vorbei: Der Maibaum ragt stolz über dem Viktualienmarkt. Er ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv für Touristen aus aller Welt, sondern für uns Münchner ein echtes Stück Heimat und ein Kompass der bayerischen Lebensart.
Der Maibaum gehört zu jedem bayerischen Dorf und so wurde vom früheren Münchner dritten Bürgermeister Albert Bayerle der Wunsch geäußert, dass München auch einen Maibaum haben sollte. So wurde 1962 von den Münchner Brauereien der erste Maibaum auf dem Viktualienmarkt aufgestellt. Die Figurengruppen, die am Maibaum befestigt sind, stellen Motive des Münchner Lebens dar:
Der aktuelle Maibaum auf dem Viktualienmarkt in München ist 34,5 Meter hoch.
Zuletzt wurde am 01.05.2022 ein Maibaum auf dem Viktualienmarkt aufgestellt.
Tradition

Figuren am Maibaum
Der Maibaum am Viktualienmarkt spiegelt die Münchner Lebensart wider. Seine sechs Figurengruppen, die 1992 vom Illustrator Paul Ernst Rattelmüller entworfen und von Arno von Lossow kunstvoll bemalt wurden, zeigen die Wahrzeichen der Stadt. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Tafel von Tita E. Gronemeyer, die sie zum 525-jährigen Jubiläum des Reinheitsgebots im Jahr 2012 gestaltete. Doch welche Symbole verbergen sich im Detail eigentlich hinter den Figuren?
Heiliger Schutz

Heiliger Schutz
Die ersten beiden Figuren sind links der heilige Florian und rechts der heilige Bonifatius (Bonifaz). Sie sind zwei der Schutzpatrone der Bierbrauer.
Marktfrau,
Schankkellner & Bedienung

Marktfrauen, Schenkkellner und Bedienung
Die Figuren – eine Standlfrau, ein Schenkkellner und eine Bedienung – stellen einen direkten Bezug zum Viktualienmarkt her. Sie stammen aus der unmittelbaren Umgebung, nämlich von den Ständen des Viktualienmarkts und aus dem Biergarten der Münchner Brauereien, der hinter dem Maibaum beginnt.
Musik & Tanz

Musik und Volkstanz
Die Figuren der Musikanten auf der linken Seite und das Volkstanzpaar auf der rechten Seite verkörpern die Liebe zu Tracht und Tradition.
Schäffler & Tradition

Schäffler & Schäfflertanz
Die nächste Ebene des Maibaums ist den Schäfflern (Fassherstellern) gewidmet, deren Tanztradition weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt ist und auch im Glockenspiel des Münchner Rathauses zu sehen ist. Neben den tanzenden Schäfflern sind auch ein Musikant und der Kasperl zu sehen. Der Schäfflertanz als urtypisch Münchner Tradition wird seit über 500 Jahren aufgeführt, so auch am Brauertag, der alle zwei Jahre traditionell auf dem Viktualienmarkt stattfindet. Höhepunkt des Festtages, der mit einem Gottesdienst und einem Festzug durch die Altstadt beginnt, ist das öffentliche „Freischlagen” der Jungbrauer.
Volksfest

Jahrmarkt und Festzeltkultur
Die Figurengruppe, bestehend aus einem nostalgischen Karussell und einer Bedienung mit Figuren in Tracht, symbolisiert das lebendige Zusammenspiel von Jahrmarktsvergnügen und Festzelttradition. Sie holt das flüchtige Glück eines Volksfestbesuchs dauerhaft in den öffentlichen Raum und zelebriert die bayerische Genusskultur in ihrer reinsten Form.
Pferdegespann & Bierkultur

Pferdegespann und das Münchner Bier
Das auf beiden Seiten des Maibaums dargestellte Brauereigespann symbolisiert die handwerkliche Tradition der sechs Münchner Brauereien. Diese prunkvoll geschmückten Pferdegespanne bilden bis heute einen unangefochtenen Höhepunkt beim Einzug der Festwirte auf das Oktoberfest und halten die Erinnerung an die historische Bierauslieferung lebendig.
Reinheitsgebot

Bayerisches Reinheitsgebot
Am Fuße des Maibaums hat das Münchner Reinheitsgebot, unterzeichnet von Herzog Albrecht IV. von Bayern (1447-1508) am 30. November 1487, seinen Ehrenplatz gefunden. Es symbolisiert das unerschütterliche Bekenntnis der Münchner Brauereien zur höchsten Braukunst und erinnert daran, dass in München bereits im späten Mittelalter streng auf die Zutaten des „flüssigen Goldes” geachtet wurde.
Aufstellen

Aufstellen des Maibaum
Ein Maibaum hält nicht ewig. Wind, Regen und Sonne setzen dem Holz zu. Deshalb wird er etwa alle fünf bis sechs Jahre ausgetauscht. Traditionell wird der Maibaum von dem Verein Münchner Brauereien e.V. gespendet und von der Berufsfeuerwehr München aufgestellt. In einem kleinen Dorf wird er mit „Schwaiberl“ (langen Stangen) und reiner Muskelkraft aufgestellt. Am Viktualienmarkt ist das aufgrund der Enge und der Sicherheitsauflagen fast unmöglich. Hier kommt meist moderne Technik zum Einsatz, damit der tonnenschwere Riese sicher in seinem Fundament landet, ohne die umliegenden Stände zu gefährden.
